Staatlicher Einfluss auf Wirtschaft und Medien in Singapur

Privates Unternehmertum über den mittelständischen und den Bankenbereich hinaus gibt es in Singapur nur wenig. Deshalb versucht der Staat bereits seit einiger Zeit gegenzusteuern und bietet Förderungsprogramme an. Eines davon nennt sich beispielsweise “Business CARE”. Singapur will damit junge Unternehmen mit Computern und Internetanschlüssen, sowie Trainingskursen unterstützen und ihnen den Anfang leichter machen. Außerdem gibt es spezielle “Startup Enterprise” Fonds und die Regierung hat bestimmte Anmelde- oder sonstige Prozeduren für neue Unternehmer einfacher gemacht. Dadurch sollen auch ausländische Unternehmer angelockt werden, denn um eine Firma in Singapur zu registrieren, muss man nicht aus Singapur kommen oder dort gemeldet sein. Es wird sogar Unterstützung bei der Visavergabe, sowie generell zum Leben und Arbeiten in Singapur angeboten.

Medien

Dadurch, dass es in Singapur keinen „freien“ oder investigativen Journalismus gibt, erscheint es auf den ersten Blick vielleicht sehr intransparent. Genau das Gegenteil ist aber der Fall. Die scheinbar freien und nicht staatlich-zensierten Medien in den Nachbarstaaten sind oft Teil von Wirtschaftskonglomeraten, wie sie in Asien üblich sind, und deshalb auch keinesfalls objektiv oder zuverlässig. Das einzige was in Singapur nicht gestattet wird, ist Kritik an der Politik.

Der Wirtschaftsjournalismus in Singapur ist sehr gut und viele Medienkonzerne haben in Singapur ihr regionales Zentrum errichtet. Vom Staat selber wird zwar eine selektive, aber dennoch äußerst zuverlässige Informationspolitik betrieben. Umfangreiche, verlässliche und sinnvolle Daten werden vom Staat erhoben und auch veröffentlicht, dabei wird darauf geachtet, dass diese Daten so korrekt wie möglich sind und nicht manipuliert wurden. Daten, die die Regierung für sensibel erachtet, werden jedoch keinesfalls veröffentlicht und so gut wie möglich geschützt. Für die Verbreitung dieser Daten werden drakonische Strafen verhängt.
Die Geheimhaltung dieser Daten ist jedoch kein Problem, da sie nicht zum Amtsmissbrauch oder unrechtmäßiger Selbstprivilegierung der Politiker führt. Die technokratischen Politiker Singapurs haben keinesfalls die Absicht den Staat auszubeuten oder als private Einnahmequelle auszunutzen. Selbst wenn einer von ihnen versagt, wird dies nicht ignoriert, sondern entsprechend sanktioniert. Allerdings geschieht dies meist nicht öffentlich.
Außerdem ist von Vorteil, dass die Regierung über die, von ihr als sensibel erachteten Informationen überhaupt verfügt und sie nutzen und mit ihnen arbeiten kann. Dass diese Daten nicht veröffentlicht werden, ist dabei kein Nachteil. In den Nachbarländern werden solche Daten meist gar nicht erst erhoben, oder sie sind manipuliert, sodass nicht mit ihnen gearbeitet werden kann.

(Bild 1: SXC.hu/Andy Naylor, Bild 2: flickr.com/ozlady)

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