Präsidenten und Parteien
Samstag, 31 Mai, 2008
Lee Kuan Yew machte Singapur 1967 zu einem Gründungsmitglied der „Assoziation der Südostasiatischen Nationen” (ASEAN). Dieser Staatenverband wurde am 8. August 1967 in Bangkok von Singapur, Thailand, Malaysia, Indonesien und den Philippinen gegründet, um gemeinsam den Frieden, die Zusammenarbeit, die Wirtschaft, die Kultur und den sozialen Fortschritt aller Mitgliedsstaaten zu fördern. Heute ist die ASEAN nach der EU eine der stärksten, einflussreichsten und auch erfolgreichsten Organisationen der Welt. Das Handelsvolumen zwischen der EU und den Staaten der ASEAN hat sich seit 1980 mehr als verfünffacht.
Ein Jahr später, 1971, als die britischen Truppen abzogen, sorgte er für die Sicherheit und die Zukunft Singapurs, indem er gemeinsam mit Australien, Großbritannien, Malaysia und Neuseeland ein Verteidigungsbündnis schuf. Als der Vietnamkrieg vorüber war, wurde er sogar den kommunistischen Staaten in der Region gegenüber etwas versöhnlicher und 1990 gewährte er die diplomatische Anerkennung Chinas. Im gleichen Jahr gab er auch sein Amt an seinen Nachfolger Goh Chok Tong ab. Da er aber seinen Einfluss nicht völlig verlieren wollte, sicherte er sich selbst die Position eines Seniorministers im Kabinett.
Der Präsident Singapurs C. V. Devan Nair legte 1985 sein Amt nieder und in der darauffolgenden Wahl wurde erstmals ein Chinese zum Präsidenten gewählt, Wee Kim Wee. 1991 beschloss die Regierung sich im Erziehungssystem etwas von den westlichen Werten zu distanzieren und propagierte konfuzianische Werte, bei denen die Gesellschaft über dem Individuum steht. Im gleichen Jahr gab es eine Überraschung bei der Parlamentswahl, denn die Regierung Goh gewann „nur” 77 der 81 Sitze. Das war das schlechteste Wahlergebnis der PAP seit 1968. Doch 1992 gab es Nachwahlen und Goh schnitt sehr gut ab. Daraufhin wurde er als Nachfolger von Lee Kuan Yew zum Generalsekretär der PAP gewählt.
Genauso überraschend wie 1991 das Ergebnis der Parlamentswahl, war für die PAP auch das Ergebnis der ersten direkten Präsidentschaftswahl Singapurs am 2. September 1993. Ihr Kandidat, Ong Teng Cheong, wurde mit 57,4% der Stimmen gewählt. Sein Gegenkandidat erhielt 40,4% der Stimmen. Bei den Parlamentswahlen Anfang 1997 sah es für die PAP schon wieder besser aus, die Regierung von Goh gewann 81 der 83 Sitze.
Da es Differenzen zwischen dem amtierenden Präsidenten Ong Teng Cheong und der Regierung gab, wurde er für die Präsidentschaftswahl 1999 nicht mehr nominiert. Von offizieller Seite hieß es, diese Entscheidung wäre wegen seines Gesundheitszustandes getroffen worden, tatsächlich wurde er wahrscheinlich nicht mehr nominiert, da er sich mehrmals über die geringen Kompetenzen seines Amtes und die generell schlechte Zusammenarbeit zwischen Regierung und Präsident beschwert hatte.
Im August 1999 wurde Sellapan Rama Nathan als neuer Präsident gewählt. Er war früher Botschafter Singapurs in den Vereinigten Staaten und hatte zuletzt das Institut für Verteidigung und Strategische Studien in Singapur geleitet. Sellapan Rama Nathan ist bis heute im Amt.
Auch bei den Parlamentswahlen am 03. November 2001 konnte die PAP wieder ein gutes Ergebnis vorweisen, die Opposition errang nur 2, der mittlerweile 84 Sitze, für sich.
